Der Investor entscheidet!
Vergangenen Donnerstag wurde mit dem Gemeindeblatt Maselheim ein Flugblatt der Mitglieder des Ortschaftsrates Äpfingen, die den geplanten Motopark bei Apfingen befürworten, verteilt. Darin versuchen sie, ihre Zustimmung zum geplanten Motopark bei Äpfingen zu rechtfertigen.
Demnach sprechen vor allem die 40 Arbeitsplätze (auf 32 ha) für den Motopark. Diese würden alle unserer Region zugute kommen, da es sich - so ihre Argumentation - meist um Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich handelt. In der Ausweisung neuer Gewerbegebiete sehen sie dagegen neue Konkurrenz für ortsansässige Handwerksbetriebe.
Es ist weniger dieser Widerspruch, der die Glaubwürdigkeit der Begründung der Ortschaftsräte in Frage stellt, als ihre zu Tage tretende Einstellung gegenüber ihrem politischen Mandat.
Im ersten Punkt ihrer Begründung verweisen sie darauf, dass der Motopark auf Privatbesitz projektiert sei und daher die Gemeinde keinerlei Einfluss auf Gewerbemöglichkeiten habe. Schließlich handele es sich um eine private Investorengruppe, die selbstständig entscheide, in welches Objekt investiert wird.
Die Mandatsträger sehen sich also nicht als Gestalter der gemeindlichen Entwicklung. Sie geben das Heft aus der Hand. Wenn sich die Ortschaftsräte erst gar nicht in der Lage sehen, private Projekte auf das öffentliche Wohl der Gemeinde - und das ist eben mehr als irgendeine wirtschaftliche Entwicklung der Region - hin zu prüfen und diese gegebenfalls abzulehnen, ist dann von ihnen eine grundlegende Prüfung des geplanten "Moto-park Schwaben" mit all seinen Konsequenzen für die Gemeinde überhaupt zu erwarten?
Auf die Gegenargumente wird in dem Flugblatt nicht eingegangen, sondern die Bürgerinitiative als unsachlicher Verhandlungspartner in die Ecke gestellt. Das ist eine einfache Strategie, um die Glaubwürdigkeit der Gegner.in Frage zu stellen. Die Öffentlichkeit lässt sich von der Gewichtigkeit der Gegenargurnentehoffentlich nicht ablenken, obwohl in der Bürgerversammlung zum Motopark am Montag in Äpfingen erneut die Befürworter bei weitem mehr Redezeit erhalten als die Kritiker.
Raphael Sauter, Äpfingen