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Bürgerinitiative gegen die Rennstrecke und das Fahrsicherheitstrainingszentrum in Äpfingen Gem. Maselheim

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Neue Presse Coburg - Presseberichte zum Thema Motorpark in Ebern
auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände
verwaltet von g.e.b.b.

21.07.05

Investor zeigt Interesse an Bundeswehrgelände

Zentrum für Fahrsicherheit in Ebern geplant

Offroad-Nutzung steht nach Worten von Planer Armin Reiff nicht im Vordergrund seines Konzeptes. Unser Bild zeigt einen Blick auf den Standortübungsplatz. - ARCHIVFOTO: MICHAEL WILL

VON MICHAEL WILL

EBERN - Eine sinnvolle Nachnutzung des Bundeswehrareals in Ebern scheint in greifbare Nähe gerückt. Es gibt konkrete Pläne von Investoren, dort ein Ausbildungszentrum für Nutzfahrzeuglenker und ein Zentrum für Fahrsicherheit zu errichten. Geplant sind Investitionen von rund 15 Millionen Euro, 60 Voll- und rund 40 Teilzeitarbeitsplätze sollen entstehen.

Dem Stadtrat Ebern wird in seiner Sitzung am Donnerstag, 28. Juli, um 18.00 Uhr das Konzept für die Nachnutzung von Diplom-Ingenieur Armin Reiff vorgestellt. Der Stadtrat wird diesmal nicht – wie sonst üblich – im Sitzungssaal des Rathauses tagen, sondern in der Aula der Hauptschule. Bürgermeister Robert Herrmann rechnet wohl mit zahlreichen Zuhörern aus Ebern und Umgebung, die im Sitzungssaal nicht ausreichend Platz finden würden.

Doch was steckt hinter dem Konzept für die Nachnutzung des Bundeswehrareals, das bislang gehütet wird wie „königliche Juwelen“? Bürgermeister Herrmann und die Verantwortlichen der Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb (g.e.b.b.), die im Auftrag des Bundes das Gelände vermarkten soll, halten sich bedeckt, sprechen von einem „ganz sensiblen Verfahren“.

Doch wer ist Diplom-Ingenieur Armin Reiff, der weder im Telefonbuch zu finden, noch im Auskunftsverzeichnis der Telefongesellschaften eingetragen ist? Die Neue Presse hat am Mittwoch recherchiert. Der Name Armin Reiff taucht dabei im Zusammenhang mit dem „motopark schwaben“ auf. Dort soll, so die Auskunft aus der zuständigen Gemeinde Maselheim, in einer Kiesgrube im Ortsteil Äpfingen ein Konzept verwirklicht werden, dass von Seiten des dortigen Gemeinderats positiv aufgenommen worden ist, wie Hauptamtsleiter Robert Hochdorfer der Neuen Presse sagte. Er spricht von einem synergieträchtigen Projekt, das unter anderem ein Fahrsicherheitszentrum für Busse und Lkw, eine Kartrennbahn, ein Museum, eine Tagungshalle sowie ein Hotel mit bis zu 80 Betten vorsieht. Das Projekt sei in Maselheim, das in Baden Württemberg, rund 35 Kilometer südlich von Ulm liegt, bereits weit fortgeschritten, ein entsprechendes Bebauungsplanverfahren sei abgeschlossen. Seit ein paar Monaten allerdings, so Hochdorfer, sei das Ganze in Stillstand geraten. Obwohl die Verträge eigentlich unterzeichnet werden könnten, scheitere das bislang daran, dass von Planer Armin Reiff der Investor, der hinter dem Projekt stehe, nicht genannt werde. In Maselheim ist die Rede von einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro und rund 70 neuen Arbeitsplätzen.

Die Neue Presse hat am Mittwoch auf einigen Umwegen Armin Reiff aus Biberach telefonisch erreicht. Zwar will der Diplom-Ingenieur die Inhalte seines Konzepts nicht vorwegnehmen, da das am 28. Juli bei der öffentlichen Stadtratssitzung vorgestellt werden soll, doch verriet er, dass in Ebern ein Ausbildungszentrum für Nutzfahrzeuglenker und Fahrsicherheitseinrichtungen entstehen sollen. Und Reiff macht gleich deutlich: Mit der derzeitigen Nutzung des Bundeswehrareals werde sein Konzept in der späteren Nutzung fast nichts gemeinsam haben. Soll heißen: Die Offroad-Nutzung wird nicht im Vordergrund stehen. 75 Prozent der künftigen Nutzung sollen der Ausbildung im Sinne des Fahrsicherheitstrainings und lediglich 25 Prozent für Freizeitzwecke dienen. In Zusammenarbeit mit der g.e.b.b., die der Planer ausdrücklich für ihr Bemühen lobt und die gute Vorarbeit geleistet habe, sei ein auf die Region abgestimmtes, sinnvolles Konzept entwickelt worden, das sowohl wirtschaftlich, aber auch ökologisch verträglich sei.

Im Jahr 2007 soll der Betrieb auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände aufgenommen werden, sagt Armin Reiff. Bis dahin ist geplant, zwischen 13 und 15 Millionen Euro zu investieren. Neben 30 bis 40 Teilzeitarbeitsplätzen würden rund 60 Vollzeitarbeitsplätze entstehen, womöglich noch weitere in Gewerben, die im Schlepptau der Neuansiedlung tätig werden.

Wer als Investor hinter dem Projekt steckt, will Reiff nicht detailliert verraten. Nur so viel: Er selbst werde auch als Investor mit auftreten. Reiff: „Investor und der spätere Betrieb sind aus einer Hand.“

Mit dem Projekt in Maselheim, versichert Armin Reiff, habe die Investition in Ebern nichts zu tun. Das seien zwei völlig verschiedene Projekte. Von der Regierung von Unterfranken gebe es für das Vorhaben in Ebern „größte Unterstützung“. Alles in allem sieht Reiff bei dem Vorhaben „keine unüberwindbaren Probleme, wenn wir alle an einem Strang ziehen“.

Mobilität erlernen, erleben und erfahren – so könne man das Konzept grob umschreiben, bringt es der Diplomingenieur auf den Punkt. Das Projekt in Ebern soll künftig unter dem Namen „Rotapark Ebern“ firmieren.

Und weil der Planer die Mitglieder des Stadtrates nicht übergehen und auch in der Öffentlichkeit keinen falschen Eindruck entstehen lassen will, möchte er vor dem nächsten Donnerstag keine weiteren Details nennen. Bei der Vorstellung des Konzepts in der Stadtratssitzung schließlich werde er das Vorhaben dann ausführlich und umfänglich erläutern. „Das soll alles von Anfang an sehr transparent sein.“

Eines macht er aber deutlich: „Es wird in Ebern keine Formel-Rennstrecke geben.“ Vielmehr setzt der Biberacher auf Fahrerausbildung und Training, vor allem für Lastwagenfahrer, so wie es auf Grundlage der aktuellen Ausbildungsvorschriften in Deutschland derzeit erforderlich sei. Auch Fahrsicherheitstrainings für Pkw-Fahrer könnten später hinzu kommen.

Armin Reiff, der nach eigenen Angaben beispielsweise mit einem großen deutschen Solarforschungsinstitut in Verbindung steht, plant auf dem Areal in Ebern auch, Möglichkeiten für Tests, Forschung und Weiterentwicklung rund um den Straßenverkehr möglich zu machen.

Nicht nur das Freigelände sei für das vorgesehene Konzept ideal, bestätigt der Planer. Auch die Gebäude, die auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände stehen, „könnten für die Verwirklichung des Konzeptes nicht besser gebaut sein“. Vor allem was die Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten betrifft, seien die Gebäude optimal.

Die Bemühungen um eine vernünftige Nachfolgenutzung des Bundeswehrstandortes Ebern nähern sich nach Worten von Bürgermeister Robert Herrmann einer entscheidenden Weichenstellung. „Es sind noch Hürden zu nehmen, aber wir haben nun einen ernsthaften Interessenten, der die gesamte Liegenschaft der Bundeswehr für seine betrieblichen Zwecke nutzen will“, teilte der Bürgermeister am Mittwochnachmittag in einer Stellungnahme mit. „Um zu einer Nachnutzung zu kommen, ist es unumgänglich notwendig, ein so genanntes Bebauungsplanverfahren durchzuführen, in das sowohl die Bürger als auch die Träger öffentlicher Belange eingebunden werden.“ Erst, wenn dieses öffentliche Verfahren abgeschlossen ist, könne man mit Sicherheit davon ausgehen, dass die angestrebten Nutzungen und auch die Baumaßnahmen durchgeführt werden können. Das Bebauungsplanverfahren werde sich an der angestrebten Nutzung orientieren.


Bei der angestrebten Konzeption geht es nach Herrmanns Worten um eine nicht unerhebliche Investitionssumme und um eine für den Raum Ebern erheblich ins Gewicht fallende Zahl von Arbeitsplätzen. Herrmann: „Wenn es uns gelingt, dieses Konzept zu realisieren, wäre damit für unsere wahrlich mit strukturellen Einbußen kämpfende Region ein annehmbarer Ausgleich möglich, der in alle Bereiche unserer Wirtschaft und unserer kommunalen Einrichtungen hineinwirkt.“ Dass dabei die Immissionsschutzbestimmungen eingehalten werden müssen, sei selbstverständlich.

Eine sinnvolle Nachnutzung des ehemaligen Bundeswehrgeländes in Ebern scheint in greifbare Nähe gerückt. Sowohl für den Standortübungsplatz wie für das eigentliche Kasernengelände (rot umrandet) liegt nunmehr ein Konzept vor, das vor allem Fahrerausbildung und Fahrsicherheit zum Inhalt hat. Insgesamt sind Investitionen von rund 15 Millionen Euro im Gespräch, ebenso um die 100 neue Arbeitsplätze.

mit freundliche Genehmigung der "Neue Presse Coburg"

Noch mehr Infos:

Bund-Naturschutz-Ebern

Motorpark Ebern


Die Gegenargumente zum "Motopark-Schwaben" finden Sie in unserer Bürgerinfo | zurück
Stand: 28.07.05

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