Ortschafsrat Baltringen zum „Motopark Schwaben“ - Schwäbische Zeitung
„50 Dezibel für Wohngebiete unakzeptabel“
BALTRINGEN (fli) -Vorbehalte gegenüber der Planung des "Motoparks Schwaben" hat der Ortschaftsrat Baltringen. Dies geht aus einer ersten Auseinandersetzung mit diesem Projekt hervor.
Der Ortschaftsrat sieht die Belange Baltringens nicht berücksichtigt, und das maßgebende Gutachten insofern fehlerhaft. Dies betrifft nach Ansicht des Ortschaftsrats die Annahme der Lärmbelästigung beim Rennbetrieb. Dann ist die Emission durch den Motorenlärm am stärksten. Der Rennbetrieb soll an wenigen Tagen im Jahr stattfinden.
Irrtümlich werde angenommen, so Ortsvorsteher Paul Reuter bei seinen Ausführungen, dass es sich bei den Häusern am Ortsrand, Richtung Äpfingen, um ein Dorfgebiet handele. Vielmehr sei das Viertel "In der Au" ein allgemeines Wohngebiet. "50 Dezibel bei Rennen sind für ein Wohngebiet zu hoch", führte Reuter aus. Obgleich Baltringen nur 2100 Meter vom geplanten "Motopark Schwaben" ent fernt sei, finde es im Gutachten keine Berücksichtigung: "Das Gutachten ist insofern nicht korrekt ausgearbeitet", führte der Baltringer Ortsvorsteher aus. Mit keinerlei Lärmbelästigung sei hingegen beim Regelbetrieb zu rech-nen, räumte er ein.
Zu wenig ins Kalkül gezogen sieht Baltringen auch die Verkehrsbelästigung auf den Zufahrtswegen.. Bei Rennen, so hieß es, werde mit 4000 Zuschauern gerechnet, die sämtlich mit privaten Verkehrsmitteln anreisten. "Die Verkehrsbelastung ist nicht von der Hand zu weisen", stellte Reuter fest. Dies betreffe insbesondere die L 265, die direkt durch Baltringen führt, und schon heute als verkehrreichste Kreisstraße gilt. Außerdem sehen die Ortschaftsräte eine Mülllawine an den Straßenrändern auf Baltringen zurollen, falls Fast Food auf dem Gelände des "Motoparks" angeboten wird. Schon heute seien die Straßenränder durch die Besucher eines Laupheimer Schnellrestaurants verschmutzt.
Ein großes Fragezeichen stellen die Ortschaftsräte hinter die Annahme, der Lärm würde sich kreisförmig verbreiten: "Verbreitet sich dieser nicht ellipsenförmig und trifft unser Dorf viel stärker als das Gutachten uns glauben lassen möchte?". Kritisch betrachten die Baltringer auch die Angaben über die Anzahl der Renntage. Möglicherweise würden diese Tage erhöht, wenn das Unternehmen wirtschaftlich ins Schlingern gerate. Damit nähmen dann auch die Beeinträchtigungen in Baltringen zu. Finanzielle Nachteile für die Gemeinde könnten sich nach Ansicht des Ortsvorsteher ergeben, wenn die Jäger den Pachtpreis drücken, weil das Wild wegen des Lärms seinen Standort wechsle. "Wir haben schwerwiegende Beeinträchtigungen durch den Motopark Schwaben", stellte Ortsvorsteher Paul Reuter abschließend fest. Dieser Position schlossen sich die Ortschaftsräte ohne Gegenstimme an. Diese Stellungnahme wird jetzt noch dem Gemeinderat Mietingen zur Beratung vorgelegt.